M/M

Zwei Lichtbildstudien. Zeigend Graf, Maxl (l.) und Brem, Beppo (r.). Ikonen des dritten Drittels des 20. Jahrhunderts. In TV-Rollen des Fröschl (Graf, M.) und Wanninger (Brem, B.) Ort: Galeriewand Berggasthaus Herzogstand (Bayern, 1575 m), linker Hand, wennst reinkommst, gradaus zum 1A Kaiserschmarrn.
Aufnahmen mit Voigtländer Superb 6×6. Postkatenformat, s/w, signiert, undatiert, ungerahmt, Rückseite blanko. Signatur verblasst (Maxl) und kräftig (Beppo).

M/M = München/Museum wg.:
Cy Twombly.
Kalligraphisches?
– (s. Roland Barthes, Merve V. 113) –
Davon kaum. Schade.
Fehler dann: Wenn man schon mal da ist.
Und treppabwärts.
Die Kunsthistorikerin (ab jetzt: Kuhi) textend im Heftchen schürt:
„Einzelne Arbeiten besitzen inzwischen einen geradezu ikonischen Status.“
Wessen A.?
Deckblattillustration des Heftchens (neben der Kasse umsonst):
Die mit Kunststoff per Vakuumtechnik abgeformte Faust; gülden. (Ikone) – Jetzt 3x raten, bitte.
Unten vor Ort, ja, richtig geraten, abgeformte Frauenbrüste.
Welche poetische Kraft (die Kölner Karnevalsjecken schon jahrzehntelang aufbringen) des Künstlers Seth Price!
Doch er, Price, dringe auch vor (Kuhi): „In Territorien jenseits der bildenden Kunst“ und vermittle (Kuhi): „Ein Bild der emotionalen Landschaft des beginnenden 21. Jahrhunderts.“
Beweise: 150
Skulpturen, Filme,
Fotografien, Zeichnungen,
Malerei, Videos,
Kleider, Textilien,
Web-Design, Musik und, und was fehlt?:
Dichtung.
In gebotener Kürze: Andy Warhol + Web-Design = Seth Price.
Daher unten vorgeschaltet eine Warhol-Schau. (Die Price-Anschub-Show; – sicherheitshalber)
Arbeiten aus der Factory, die Kuhi-konsequent jetzt heißt:
„LGBT community.“
Zu ergänzen: esbian, ay, isexual, ransgender.
– Um wie viel (Maßeinheit) ist die Kuhi der Factory damit näher gerückt? –
Die Poplok (Warhol) hat so manchen angeschoben, wenn vorn auch gezogen wurde.
Price zieht aber nicht.
Denkt er zu viel?
Sein zentrales Thema immerhin (Kuhi): „Der bedrohte Status des Subjekts.“
Mein zentrales Thema:
Zeit vergeht für nichts. Bedrohung hin zu Status: Tod!
Darum aufi!
Hinein auf ein Helles ins überfüllte Gasthaus Isarthor, das der Künstler glücklicherweise nicht erworben hat, um es per Vakuumtechnik in Kunststoff abzuformen. Mir vis à vis erscheint ein kleiner Kopf über der Tischkante. Das Subjekt gähnt und schaut, wie die flotte Bedienung leere Gläser gegen volle tauscht. Gerade erwacht und aus einer Tasche gekrochen sitzt der Dackel unbedroht auf der Holzbank.

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Eine Antwort zu M/M

  1. Harald Schwarz schreibt:

    Ein sehr schöner Ausflug, brilliant die Highlights beschrieben!

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