Wer vertont mir das?

Herstellung von Geleebananen
übertragen im TV.
Rührwerke wälzen quälend langsam
Zentner zäher Masse in großen Kesseln.
Die wird hingegossen auf Bleche
und breit verteilt von einem Riesenspachtel.
Jetzt senken von oben
sich tausend krumme Förmchen.
Heben sich wieder,
zurück bleiben Bananen.
Nackt ruckeln sie weiter.
Aus spitzen Düsen
spritzt plötzlich Schokolade,
zielgenau und kurz.
Dann die Kühlung, dann die Verpackung.
Ganz hinten in der Riesenhalle,
einmal durchs Bild gehuscht,
ein Mann mit Haarnetz im weißem Kittel
ohne Schokoladenflecke.
Wird später auch befragt,
weiß alles, ist der Herr Ingenieur.
In der Reklame heißt es,
man widme sich zum Wohle …
Nein, heißt es natürlich nicht.
Soll man sich denken,
wenn einer ins Gelee
am Strand von Manitoba beißt
und sein Gesichtsausdruck
vom Glück des Menschseins kündet.
(Übrigens: Das habe ich alles nie gesehen.
Nur – nicht aber am Strand von Minatabo –
eine Packung Geleebananen aufgerissen.)

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