Die P.

Die Hauswartsfrau als Institution, im Haus verwurzelt wie die Kastanie im Hof. Dafür gibt es im Berliner Jargon ein mittlerweile verblasstes Wort aus dem Französischen. Wer es gebraucht, beschwört Zeiten herauf, als ein Blick der Hauswartsfrau reichte und Keule hob sein fallengelassenes Bonbonpapier wieder auf.
Ich stelle mir vor, dass sie eine sein könnte. Ihr Erscheinungsbild würde passen. Sie wohnt im Parterre eines Altbaus nach vorn zur Gneisenaustraße hinaus. Die zwei hohen Fenster setzten ungefähr in Hüfthöhe an. Ich sehe sie die Fensterbleche wienern. Der Glanz ist immerwährend. Ich sehe sie im linken Fenster neben der großen Hoftür, breitschultrig auf ein blaues Kissen gelehnt, die Straße beobachten. Sie raucht. Neben ihr ein grünes Kissen. Darauf zwei Hundepfoten, dazwischen der braune Hundekopf. Hinter beiden der zugezogene Store. Im zweiten Fenster blüht ein Alpenveilchen. Ich sehe Leute stehenbleiben und mit ihr plaudern. Und dann hält ein Berlingo und ich sehe den Mann von Schulze’s Facility Management seine sieben Sachen auspacken.
Es war einmal.

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