Tatort

Jeder Tatort ähnelt dem anderen. Neuerdings dürfen die Kameramänner mit Hollywood- Effekten herumspielen. Aber wenn die Requsite irgendwen, irgendwas als schäbig herausputzt, sieht es immer brandneu aus. Der männliche Kommissar wohnt auch weiterhin obdachlosenmäßig und hat irgendeine Marotte, die mal stört, mal nicht. Die konfuse Handlung wird vor Beginn des letzten Viertels an der Wurstbude, im Auto oder vor der Magnettafel für die Zuschauer in Logik gepresst. Das ist dann nicht mehr Film, das ist vorgelesenes Drehbuch. Nach dieser Orgie von Geistesblitzen geht’s der Lösung entgegen. Das letzte fehlende Puzzlestück fällt den Kommissaren schließlich zu, wenn sie ganz tief in die Trickkiste greifen und folgenden Satz sagen: „Wenn Sie jetzt nicht auspacken, sind Sie dran wegen Mittäterschaft.“ Das hätten sie jederzeit sagen können, aber dann wäre es kein Tatort geworden. Die Verbrecher und Verbrechen sind niemals die, die wir kennen oder fürchten.

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