1. August 2015

Immer mehr gut situierte ältere Herren mit gepflegtem Hemingwayvollbart. Dazu als Beigabe die kleine runde Hornbrille. Zurechtgemacht als intellektuelle Haudegen in gentrifizierter Stadtlage. Hier Chamissoplatz.

Seit zu jeder Gelegenheit öffentlich telefoniert wird, ist die geistige Armut nicht mehr zu überhören. Nur logisch, dass Deutschland als mächtigster Staat Europas gilt. Noch habe ich es nicht aufgegeben, diese Leute verwundert anzusehen. So wie man Leute noch vor zehn Jahren als für verrückt angestarrt hat, wenn sie Selbstgespräche führten. Mitstreiter habe ich keine.

Wadenlange Stiefel. Die Reißverschlüsse nicht hochgezogen. Die Schäfte hängen herunter wie Lappen. Dazu weite, olivgrüne Dreiviertelhose und Flasche Bier in der Hand. So latscht es auf Penner getrimmt, männlich, jung und schweren Schrittes vor mir her dem Marheinekeplatz zu.

In Tegel drei junge Handwerker beim Frühstück gesehen. Sie aßen schweigend Schnitzel mit Kartoffelsalat; dazu Pott Kaffee. Sofort verließen mich die Kräfte.

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